Community Manager werden

Eine Runde leiten heißt vor allem: dafür sorgen, dass niemand allein dasteht.

Community Manager führen eine Runde vor Ort. Sie eröffnen den Abend, sorgen dafür, dass Neue Anschluss finden, moderieren die Community und holen einmal im Monat einen Gast dazu. Es ist keine pädagogische Aufgabe und kein Coaching — es ist Gastgeberschaft mit Verantwortung. Die Rolle ist ehrenamtlich; was Sie dafür bekommen, steht weiter unten.

Die Aufgabe

Was Sie tun — und was ausdrücklich nicht dazugehört

Die rechte Spalte ist die wichtigere. Wer sie überliest, übernimmt sich.

Das ist die Rolle

  • Den Abend eröffnen, durch die Vorstellungsrunde führen, pünktlich schließen
  • Neue zuordnen, damit niemand am Rand steht — das ist der eigentliche Job
  • Den Gruppenchat moderieren und den Ton halten
  • Einmal im Monat einen Gast anfragen und den Impulsabend organisieren
  • Anmeldungen annehmen und Einladungen verschicken — über ein eigenes Verwaltungstool
  • Merken, wer länger nicht da war, und einmal nachfragen

Das ist es nicht

  • Keine Beratung. Sie sind nicht Berufsberater, nicht Therapeut, nicht Nachhilfe. Wenn jemand Hilfe braucht, die über den Abend hinausgeht, leiten Sie weiter — dafür haben Sie feste Ansprechpartner.
  • Keine Erziehung. Deine Runde bewertet niemanden und meldet nichts an Schule oder Eltern zurück. Was Sie tun, ist Rahmen geben — nicht Verhalten korrigieren.
  • Keine Freundschaft auf Abruf. Sie sind erreichbar in den Gruppen, nicht rund um die Uhr privat. Diese Grenze schützt beide Seiten und ist Teil der Selbstverpflichtung.
  • Kein Einzelkämpfertum. Jede Runde hat eine feste Ansprechperson bei uns und regelmäßigen Austausch mit den anderen Community Managern.

Der Aufwand

Ungefähr acht Stunden im Monat — ehrlich gerechnet

Wir nennen die Zahl lieber zu hoch als zu niedrig. Wer nach drei Monaten aufhört, weil es mehr war als angekündigt, schadet der Gruppe mehr, als wenn er nie angefangen hätte.

Alle zwei Wochen

2,5 Std.

Das Treffen selbst, inklusive vorher da sein und hinterher aufräumen. Zwei Termine im Monat.

Laufend

15 Min.

Pro Tag im Gruppenchat: mitlesen, auf Fragen antworten, Termine ankündigen. Nicht sofort, aber täglich einmal.

Einmal im Monat

1 Std.

Einen Gast anfragen, Termin abstimmen, kurz vorbereiten. Nach ein paar Monaten geht das schneller.

Verlässlichkeit zählt mehr als Begeisterung.

Ein Netzwerk entsteht dadurch, dass die Treffen stattfinden — immer, auch wenn nur sechs Leute kommen. Wenn Sie wissen, dass die nächsten sechs Monate eng werden, fangen Sie besser später an.

Was Sie dafür bekommen

Kein Geld. Drei Dinge, die schwerer zu bekommen sind.

Die Rolle ist ehrenamtlich, und wir sagen das vorne statt hinten. Wer sie macht, tut es nicht umsonst — nur nicht für Geld.

Netzwerk

Sie stehen im Zentrum, nicht am Rand

Als Community Manager kennen Sie jeden in Ihrer Runde persönlich und sind mit allen anderen Community Managern verbunden. Das ist eine Position, die man sich sonst über Jahre erarbeitet — hier haben Sie sie von Anfang an.

Zugang

Sie sitzen neben den Gästen

Jeden Monat kommt jemand, den Sie selbst eingeladen haben: Unternehmer, Handwerksmeisterinnen, Ärzte, Gründerinnen. Sie holen diese Menschen in den Raum, begrüßen sie und verabschieden sie — und haben danach eine Verbindung, die über den Abend hinausgeht.

Nachweis

Ein Zertifikat, das etwas aussagt

Nach einem Jahr erhält jeder Community Manager ein Zertifikat über die Leitung einer Gruppe, die absolvierte Schulung und die Dauer des Engagements. Kein Teilnahmezettel, sondern ein belegbarer Nachweis über Führungserfahrung — etwas, das die wenigsten in Ihrem Alter vorweisen können.

Ehrenamt heißt unbezahlt, nicht kostenlos für Sie.

Auslagen für den Abend — Getränke, Material, Fahrtkosten — erstatten wir gegen Beleg. Niemand soll für sein Engagement draufzahlen.

Voraussetzungen und Regeln

Was wir verlangen, bevor Sie eine Runde übernehmen

Diese Seite ist öffentlich, damit Eltern, Lehrkräfte und Teilnehmende sie lesen können. Wer damit ein Problem hat, ist bei uns falsch — und das ist der Zweck dieses Abschnitts.

  • Mindestalter 18 Jahre. Volljährigkeit ist Voraussetzung, weil die Aufsicht über Minderjährige nicht an Jüngere übertragen werden kann.
  • Erweitertes Führungszeugnis. Nach §30a BZRG, von uns beantragt und bezahlt, alle fünf Jahre erneuert. Ohne Vorlage keine Runde.
  • Selbstverpflichtungserklärung. Ein unterschriebener Verhaltenskodex zum Umgang mit Minderjährigen, den Sie vorher lesen und mit uns besprechen.
  • Schulung vor dem Start. Zu Aufsichtspflicht, Nähe und Distanz, Umgang mit Grenzverletzungen und den Meldewegen.
  • Keine Einzelkontakte im Privaten. Kein Abholen, keine Treffen unter vier Augen außerhalb, keine privaten Direktnachrichten mit Minderjährigen.
  • Kommunikation über die Plattform. Austausch läuft über die moderierten Kanäle, nicht über private Konten — nachvollziehbar für beide Seiten.
  • Keine Geschäfte mit Teilnehmenden. Kein Verkauf, keine Vermittlung gegen Provision, keine Rekrutierung für den eigenen Arbeitgeber.
  • Meldepflicht bei Sorge. Wenn Ihnen etwas auffällt, melden Sie es — auch im Zweifel, auch wenn es sich lächerlich anfühlt. Dafür gibt es einen festen Weg.

Was Sie nicht brauchen: ein pädagogisches Studium, Erfahrung in der Jugendarbeit oder ein Netzwerk. Das Meiste davon lernt man in den ersten drei Abenden. Was sich nicht lernen lässt, ist Zuverlässigkeit und die Bereitschaft, den stillsten Menschen im Raum zuerst anzusprechen.

Ihr Werkzeug

Sie bekommen ein Verwaltungstool, keine Excel-Tabelle

Alles, was zur Organisation einer Runde gehört, läuft über einen eigenen Zugang — den wir für Sie anlegen.

Runden

Selbst anlegen und führen

Sie legen Ihre Runde an, tragen Ort, Rhythmus und Kapazität ein und erstellen die Termine. Wer mehrere Runden betreut, sieht sie nebeneinander.

Menschen

Anmelden und einladen

Anmeldungen annehmen oder ablehnen, Einladungslinks erzeugen, Anwesenheit erfassen. Bei Teilnehmenden unter 16 lässt sich niemand annehmen, bevor die Einwilligung der Eltern bestätigt ist.

Grenzen

Nur Ihre eigenen Runden

Sie sehen die Daten der Runden, die Sie betreuen — keine anderen. Löschen und Exportieren liegt bewusst nicht bei Ihnen, sondern in der Zentrale.

Onboarding

Sechs Stufen bis zur eigenen Runde

Ungefähr sechs bis acht Wochen, überwiegend abhängig davon, wie schnell das Führungszeugnis kommt. Sie können an jeder Stelle aussteigen, und wir auch — das ist der Sinn eines gestuften Verfahrens.

  1. Stufe 1

    Bewerbung

    Das Formular weiter unten, etwa fünf Minuten. Sie erhalten sofort eine Bestätigung per Mail und innerhalb von zwei Arbeitstagen eine Rückmeldung von einem Menschen.

    5 MinutenOnline
  2. Stufe 2

    Kennenlernen

    Eine halbe Stunde per Video oder vor Ort. Wir fragen nach Zeit, Motivation und Erfahrung mit Gruppen — Sie fragen alles, was Sie wissen wollen. Danach sagt eine von beiden Seiten Ja oder Nein, nicht „vielleicht“.

    30 Minuten
  3. Stufe 3

    Zweimal hospitieren

    Sie kommen als Gast in eine bestehende Runde und schauen zu, ohne Aufgabe. Zweimal, weil ein einzelner Abend nichts über den Normalfall sagt. Anschließend ein kurzes Gespräch mit der Person, die die Runde führt.

    2 Abende
  4. Stufe 4 · Prüfstufe

    Führungszeugnis und Selbstverpflichtung

    Sie beantragen das erweiterte Führungszeugnis nach §30a BZRG — wir stellen die Bescheinigung für das Amt aus und übernehmen die Gebühr. Parallel lesen und unterschreiben Sie die Selbstverpflichtungserklärung. Beides muss vorliegen, bevor es weitergeht.

    Ohne das kein Zugang2 bis 4 Wochen
  5. Stufe 5

    Schulung

    Vier Module bearbeiten Sie online in Ihrem Tempo, zwei finden in Präsenz statt. Die beiden Präsenzmodule sind bewusst nicht digitalisiert: Nähe und Distanz und der Umgang mit Verdachtsfällen lassen sich nicht im Multiple-Choice-Format lernen. Zusammen etwa sechs Stunden.

    4 Module online2 Module in Präsenzca. 6 Stunden
  6. Stufe 6 · Freischaltung

    Zugang und erste eigene Runde

    Erst jetzt wird Ihr Konto im Verwaltungstool freigeschaltet und Sie können eine Runde anlegen. Die ersten drei Abende begleitet Sie jemand, der es schon macht. Danach führen Sie allein — mit fester Ansprechperson im Hintergrund.

    Konto wird angelegt3 Abende begleitet

Die Schulung

Sechs Module — und der Grund, warum zwei davon nicht online sind

Der fachliche Teil lässt sich gut digital vermitteln. Der Teil, bei dem es um Menschen geht, nicht. Deshalb ist die Schulung geteilt.

Was Deine Runde ist — und was nicht

Idee, Zielgruppe, Rollenverständnis. Wo Ihre Aufgabe endet und wann Sie weiterleiten.

Einen Abend führen

Ablauf, Vorstellungsrunde, Neue zuordnen, mit Schweigen umgehen, pünktlich schließen.

Nähe und Distanz· Präsenz

Der Kern des Schutzkonzepts. Fallbeispiele, Rollenspiele, die eigenen Grenzen kennen. Nicht digital.

Recht und Aufsicht

Aufsichtspflicht, Jugendschutzgesetz, Versicherungsschutz, Datenschutz bei Minderjährigen.

Wenn etwas vorfällt· Präsenz

Meldewege, Dokumentation, was Sie tun und ausdrücklich nicht tun. Mit echten Fällen geübt.

Das Verwaltungstool

Runde anlegen, Termine, Anmeldungen, Einladungen, Anwesenheit. Am eigenen Zugang durchgespielt.

Am Ende steht kein Test, den man wiederholen kann, bis es passt.

Die Online-Module schließen mit kurzen Verständnisfragen ab. Die beiden Präsenzmodule enden mit einem Gespräch — und aus diesem Gespräch kann auch hervorgehen, dass es nicht passt. Nach einem Jahr in der Rolle erhalten Sie das Zertifikat über Schulung, Dauer und Anzahl der geleiteten Termine.

Häufige Fragen

Was meistens gefragt wird

Ist die Rolle bezahlt?+

Nein. Die Rolle ist ehrenamtlich und wird nicht vergütet. Ausgelegte Kosten für den Abend — Getränke, Material, Fahrt — erstatten wir gegen Beleg; darauf sollen Sie nicht sitzen bleiben. Was Sie stattdessen bekommen, steht im Abschnitt „Was Sie dafür bekommen“: ein Netzwerk, Zugang zu Menschen, an die man sonst schwer herankommt, und ein qualifiziertes Zertifikat.

Wie lange dauert es von der Bewerbung bis zur eigenen Runde?+

Sechs bis acht Wochen, überwiegend abhängig davon, wie schnell das Führungszeugnis vom Amt kommt. Kennenlernen und Hospitation lassen sich meist innerhalb von zwei Wochen legen, die Schulung findet monatlich statt.

Bekomme ich mit der Bewerbung schon einen Zugang?+

Nein, und das ist Absicht. Die Bewerbung ist ein Formular, kein Benutzerkonto. Ihr Zugang zum Verwaltungstool wird erst in Stufe 6 angelegt — nach Führungszeugnis, Selbstverpflichtung und Schulung. Vorher sehen Sie keine Daten von Teilnehmenden.

Kann ich das neben Vollzeitjob oder Studium machen?+

Ja, das ist der Normalfall. Die Treffen liegen am frühen Abend, der Rest verteilt sich. Schwierig wird es bei Schichtarbeit oder häufigen Dienstreisen, weil die Verlässlichkeit der Termine der Kern der Sache ist.

Ich war selbst in der Runde. Kann ich Community Manager werden?+

Grundsätzlich ja, ab 18 und mit etwas Abstand zur eigenen Teilnahme. Wir setzen Sie dann bewusst in einer anderen Runde ein als der, in der Sie selbst Mitglied waren — das macht die Rolle für beide Seiten leichter.

Was passiert, wenn in meiner Runde etwas Schwieriges vorfällt?+

Sie melden es und sind damit nicht mehr allein zuständig. Es gibt einen schriftlichen Ablauf für Grenzverletzungen, Verdachtsfälle und Krisensituationen, den Sie in der Schulung durchgehen. Sie müssen nichts einschätzen und nichts entscheiden — nur melden.

Was, wenn ich aufhören will?+

Sagen Sie es früh, dann übergeben wir geordnet. Eine Runde, die von heute auf morgen niemanden mehr hat, verliert die Hälfte ihrer Leute. Vier Wochen Vorlauf reichen völlig.

Wie viele Runden kann ich betreuen?+

Am Anfang eine. Wer nach einem halben Jahr mehr will, kann eine zweite übernehmen — mehr als zwei halten wir für nicht sinnvoll, weil dann niemand mehr die Namen kennt.

Bewerbung

Stufe 1 — fünf Minuten

Das ist eine Bewerbung, kein Benutzerkonto. Sie bekommen keinen Zugang zu Daten von Teilnehmenden, solange nicht alle Stufen durchlaufen sind.

Als Community Manager bewerben

Alle Felder außer dem Freitext sind Pflicht. Wir antworten innerhalb von zwei Arbeitstagen — auch wenn es eine Absage ist.

Ihre Angaben werden ausschließlich für das Bewerbungsverfahren verwendet, nicht weitergegeben und bei einer Absage nach drei Monaten gelöscht. Sie können die Löschung jederzeit früher verlangen.

Was danach passiert

  1. Sofort

    Bestätigung per Mail

    Mit dem, was Sie eingetragen haben, und einem Link zum Widerruf.

  2. 2 Arbeitstage

    Antwort von einem Menschen

    Zusage für ein Kennenlernen, Rückfrage oder Absage mit Begründung.

  3. Danach

    Stufe 2 bis 6

    Kennenlernen, Hospitation, Führungszeugnis, Schulung, Freischaltung.

Die Stufen im Detail

Noch unsicher?

Dann bewerben Sie sich nicht, sondern kommen Sie erst einmal als Gast in eine Runde. Das ist der ehrlichste Weg, und niemand muss danach etwas erklären.

Als Gast vorbeikommen

Eine Runde wartet auf jemanden, der sie eröffnet.

Fünf Minuten für die Bewerbung, danach entscheiden beide Seiten in Ruhe. Wenn Sie zuerst Fragen haben, schreiben Sie uns einfach.

Jetzt bewerbenFrage stellen

Wir antworten innerhalb von zwei Arbeitstagen — auch wenn es eine Absage ist.